Nachschlag
In den Ergebnislisten habe ich gelesen, dass von ursprünglich 350 gemeldeten Startern (das Rennen war ja „ausverkauft“) am Freitag nur noch 250 gestartet sind. Das ist mal ´ne Aussage...
Zwei Wochen später war ich im Bikepark. Ich bin die Piste aus Neugier noch mal gefahren.
Sie war furztrocken und ich hatte meinen Freerider mit 180 mm Federweg unterm Arsch – und damit klappte das so eben... Die DH-Piste bin ich auch gefahren. Die ist deutlich einfacher...
Winterberg empfing mich mit 5,-€ Gebühr für einen Tagesparkplatz – he Leute, das ist echt Wucher!
Auf dem Gelände das große Suchen: Wo ist bloß das Büro, wo ich mei-ne Startnummer kriege? Niemand wusste Bescheid, nichts war eindeutig ausgeschildert – Mist...
Irgendwann hatte ich alles und es ging – auf die Suche nach der 1. Prü-fung (Stage). Niemand wusste Bescheid, nichts war eindeutig ausge-schildert – Mist...
Irgendwann wusste dann doch wer was. Also Helmkamera an, Protek-toren festgezurrt und endlich rubbelte ich die erste Stage runter. Ganz schön anspruchsvoll, teilweise steil und echt rutschig – die letzten Tage schien es viel geregnet zu haben.
Nachdem sich viele an einem schlecht ausgeschilderten Abzweig ver-fahren hatten (2 Extrakilometer...) kam ein ca. 13 km (!!) langes Ver-bindungsstück mit XC-mäßigen Steigungen, wo man mit Brustpanzer, Knieschonern und vollem Rucksack (Wasser, Ersatzschlauch, Werkzeug, Pumpe, Handy, Riegel, Gel, Regenjacke etc....) kaum mehr fahren konn-te. Ergo: Absteigen und schieben; wie so viele, viele andere auch. Da schauten schon manche fragend in die Runde: Sind wir hier etwa beim Marathon?
Irgendwann kam man zu Stage 2: Übelst steil, extrem rutschig, teil-weise gefährlich ausgesetzt an einem Abhang entlang über glatte Felsen und Wurzeln – absteigen, schieben. Den extrem glitschigen, nahezu un-fahrbaren Steilhang rutschten die meisten auch unkontrolliert runter, auf dem bike, dem Bauch, dem Arsch... Einzig Fahrer vom Type Clement, Wildhaber und Co. (Profis also) kamen hier gut durch. Na ja...
Weiter zu Stage 3. Und zwar in Bergsteiger-Manier einen ca. 30 Grad steilen Berg hoch! Klettereisen und eine Abseileinrichtung wären nett ge-wesen! Man kam auf dem rutschigen Waldboden kaum vorwärts. Hätte es geregnet, wäre das Training hier zu Ende gewesen, denn man wäre hier wohl nicht mehr hoch gekommen! An dieser irrwitzigen Kletterstelle fingen die ersten an, das ganze ernsthaft zu hinterfragen, meinereiner inklusive. Die zuvor noch leicht sarkastischen Kommentare schlugen in leichten Frust um. Die meisten waren ja Hobby-Rider mit durchschnitt-licher Kondition, die einfach nur Spaß haben wollten! Der kam aber auf den mühsamen Verbindungsetappen genau so wenig auf, wie bei den hochselektiven Stages...
Und so ging es munter weiter: Man quälte sich kilometerlange Steigun-gen hoch, um bei den kurzen Stages über völlig glatt rasierte Baum-stämme zu rutschen; aus 50 cm tief ausgefahrenen, hängenden Reifen-spuren-Kurven auf einmal wieder berghoch zu ... na ja, so ohne Schwung – schieben! Also, Enduro hatten sich die allermeisten GAAANZ ANDERS vorgestellt!
Dann war mein Wasser alle. Mitten im Wald. Dann lief mein klebriges Energy-Gel auf dem Rucksack aus. Dann ging’s wieder berghoch. Alter Schwede – ich hatte keinen Bock mehr!
Und so ging es selbst eingefleischten Vollblutbikern aus der Downhill-Szene, nachweislichen Fahrtechnik-Cracks und Konditionstieren – auch die hatten die Faxen dicke...
Ach ja, da war ja noch Stage 6 im Bikepark. Aber wo? Niemand wus-ste Bescheid, nichts war...
Schade, dass ich sie dann doch gefunden habe! Denn jetzt wurde es ganz irre. Der (vielleicht vor 100.000 Benutzern mal gute) Singletrail zwischen der DH-Piste und den Hühnerleitern war eine echte Zumutung: Brutalst steil, vollkommen vermatscht, und mit 1 Meter tiefen und brei-ten Löchern gespickt. Da parkte man sein Vorderrad drin ein, bohrte den Schädel in den Gegenhang und rutschte neben dem bike dann ins nächs-te Loch. Selbst Ritchie Schley, dem man eine gewisse bike-Beherrsch-ung nachsagt, verlor hier die die selbige, als ihm zum 3 Millionsten Mal das Vorderrad an einer Glitsch-Wurzel abschmierte... Dann kippte der „Trail“ nach links in die Senkrechte und wir durften in den Bach. Also nicht über die Brücken ÜBER den Bach, auch nicht quer durch, sondern eher so MIT dem Bach, also IM Bach... Fuck!! Von 350 Startern sind hier vielleicht 10 halbwegs runter gekommen! Am „Ziel“ dann die Er-kenntnis: Ich war über 30 km und 1100 Hm durchs Sauerland gefahren/
-schoben/ -rutscht..., zig mal aufs Maul geflogen, völlig am Ende und hatte NULL Spaß gehabt!
Und abends um 20.30 Uhr sollten wir den Seedingrun fahren. Nach dem Duschen also wieder schwitzen? Wann denn bitte Essen gehen? Schon um 18 Uhr? Nee. Lieber erst um 22 Uhr? Au Mann...
Musste ich mir das alles Freitags unter Race-Bedingungen noch mal antun? Klare Antwort: NEIN!!
Ach so: Kameraaufnahmen gibt’s auch keine – der Chip saß nicht richtig drin und so habe ich nur 23 Sekunden auf den internen Kamera-speicher aufgenommen: vom T-Shirt-Wechsel nach der 1. Stage...
Freitag.
Mein Versuch, den Transponder im Büro abzugeben, um die 30,- € Pfand zurück zu bekommen, schlug fehl. Ich musste allen Ernstes zum Ziel runter, wo ca. 200 Downhiller per Gondel wieder hoch wollten. Also durfte ich die steile Schotterpiste wieder hochlaufen – und war oben völlig durchgeschwitzt...
Natürlich habe ich mit Organisator Matschi Faber gesprochen und bei allem Respekt vor der immensen Orga, die so ein Race verlangt; bei allem Verständnis für die vielen Streckenprobleme mit Waldbesitzern, Jägern, Gemeinden usw.; auch für den Regen kann ja keiner was, aber das hatte bitte schön nix mit Enduro zu tun! Enduro bedeutet doch wohl Spaß am biken!! Berghoch, klar. Aber nicht wie beim Marathon! Bergab, logo!!! Aber bitte mit Speed-Passagen, Sprüngen, Anliegern, Single-trails... doch nicht so übelst steil-rutschig-unrund, dass nur ein paar Speziaisten sturzfrei durchkommen!
Hier müssen Konzept und Strecke noch mal komplett überdacht wer-den – sonst wird das nix! Dabei könnte das ohne Ende Spaß machen!
Somit mal ein paar Anregungen:
1. Verbindungetappen von max. 3-5 km Länge, bitte nicht nur steil berghoch!
2. Stages mit Speed und Flow für alle, nicht nur für Cracks; gerne auch länger! Warum nicht 3 bis 4 km, mit einer (fahrbaren!) Steigung drin?
3. Stages mit Streckenposten, die z. B. auch Wasser (!!) haben!
4. Bessere Beschilderungen, bitte auch fürs Büro!
5. Geld zurück NICHT nur im Ziel!!
6. Kein Seedingrun „mitten“ in der Nacht! Um 20.30 Uhr bruzzelt der Grill und das Bier fließt! Alternativ: Seedingrun um 18 Uhr mit anschlie-ßender Party inklusive Grillen und Bier!


Fahrzit                                                                                              
Schade – aber das war nix. Man hatte das Gefühl, dass es darum geht, die Rider in den Verbindungsetappen kaputt zu kriegen, um sie in den Stages zu Sturz zu bringen... Dazu eine nicht perfekte Orga. Bitte nachbessern!