Northshort Cup Bad Pyrmont 09/02


Oh yes – klein RALLE hat wieder ein echtes DH-Race hinter sich!!!!
Nach einem Jahr Abszine..., Abstimen... also Wegsein hab' ich mich mal wieder in der Königsklasse des MTB-Sports versucht. Und – oh je, was hat mich meine Kreuzband-OP nur alles an Spaß gekostet!!!!!!
Die Jungs vom Club Ghost hatten im Rahmen des "North Short Cup" eine mächtig feine Piste in den Bad Pyrmonter Wald gezaubert. Leider war ja schon Herbst, so dass ich keine der leckeren Pyrmont-Kirschen mehr auf den Bäumen entdecken konnte. Aber egal, kauf' ich mir meine Mon Cheries halt weiter im Laden.

Nach meiner OP im Januar war ich ziemlich nervös (was mach' ich mir diesmal kaputt?), doch das Training am Samstag gestaltete sich bei bestem Wetter recht gut. Sonntags dann der Schock: Regen und Matsche-Pampe-Piste. Fahren wie auf Schmierseife. Bereits nach 10 Metern in den Serpentinen waren die Reifen rund vom Matsch. Kontrolliertes Fahren? Eher angstvolles, unkontrolliertes Rutschen. Doch zum Glück legte sich das Pisswetter etwas und die Strecke wurde besser. Trotzdem rutschte ich im Steilhang zig mal geradeaus, statt in die Links-Rechts-Kombi zu kommen und so den Schwung für die Sprünge mitzunehmen.

Matschreifen hatte ich keine Zeit aufzuziehen und das Schutzblech dranschrauben war zu viel Arbeit, da ich noch 'ne Kralle ins Steuer-rohr hätte schlagen müssen - nö, kein Bock. Werd’ ich eben dreckig.

 

Erster Lauf: Meine vollkommen ruinierte Kondition reichte mal ge-rade bis zum Straßendrop. Die technischen Voraussetzungen ende-ten leider bereits weit vorher ...

Egal - rein in die Piste. Schliddernd durch die Serpentinen, teilweise quer zur Strecke runterrutschend. Steilstück. Wieder kaum die Kurve gekriegt und keinen Schwung mehr für die Sprünge. An jedem zwei-ten Baum eingeparkt, Fuß raus und in Tretrollermanier weiter, treten, zu dicker Gang, schalten, Achtung – wegrutsch am Baum, Fuß raus, Tretroller ... = 3'18 min.

Mittelfeld. Kein Sturz (!!!????). Saudreckig. Kaffee. Zigarette.

Die Strecke

Los ging’s mit einem Spurt über Schotter und einem Jump über eine kleine Rampe. Dann kam Achterbahn-Feeling auf: Circa 1871 Serpentinenkurven, na gut – so etwa 10 –, steil bergab verwirrten den Orientierungssinn. Links, rechts, links, rechts – da konnte einem glatt schwindelig werden.
Es folgte ein Drop auf eine Straße und die anschließende Schlüsselstelle: Ein mächtig steiles Pistenstück, in das man 1,5 m nahezu senkrecht reinkippte, um dann in 3 sec. auf Mach II zu beschleunigen.
Anschließende Links-Rechts-Kombi mit ein paar Sprüngen, danach lustiges Gekurbel zwischen Bäumen mit eingestreu-ten Hindernissen, einem kleinen Nortshore(t)-Element mit Drop und dann wieder kurbeln bis der Arzt kommt.
Mit richtig Speed raste man zum Schluss in einen dicken Linksanlieger, der 10 m vorm Ziel war.
Gesamtlänge: ca. 1,5 km. In der Kürze liegt die Würze!

Zweiter Lauf: Piste etwas besser. Ich noch mehr Schiss. Wurscht.

Doch, oh Wunder, es läuft recht gut. Ich komme schnell durch die Ser-pentinen und bereite innerlich schon meine Siegesrede vor. Dann der Drop auf die Straße: Butterweiche Landung auf dem Hinterrad, das Vorderrad setzt auf und – schmiert weg. Patsch. 120 kg krachen auf den Boden, die arme Straße... Ich rappel mich auf, die Menge tobt "RALLE, RALLE – gib alles!" (Leute – das hier ist alles!!!), Bike zurecht stellen, etwas zurück, um in den Steilhang zu kippen, Kurbel passend ausgerichtet – und Schwupps-diwupps sind rund 10 Sekunden weg.

Mein Sieg ist dahin. Also denn, mit viel Style den Hang runter und – hui, ich krieg’ die Kurve und hab’ auch Schwung für die folgenden Sprünge!

Und der Rest läuft auch gut. Kaum rutschen, kein Tretroller, alles ganz OK = 3'11 min. Ein Sturz. Noch dreckiger. Wieder Mittelfeld.

Kaffee. Kaffe? Quatsch – Pils!!! Bratwurst. Zigarette. Ende. (und just in diesem Moment erwischt mich, beim Schreiben dieser Zeilen, ein fetter Krampf im Oberschenkel – aaaaarrrgh! Vielleicht sollte ich jetzt mal wieder etwas ins Training einsteigen?)

Smalltalk beim Shutteln...
... und kurz vorm Start
Und dann: Tango im Fango
Da wurd’ man schon mal etwas dreckig...
Der mächtige Straßendrop...
... und der noch mächtigere Steilhang
Etwas Kanada-Feeling
RALLE in Schräglage

Und sonst?

 

Orga: Ein fettes Lob und Merci an die Club Ghosties, die alles sehr gut organisiert hatten: Ob Shuttle, Piste, Zeitnahme (auf 1000stel genau!), Bratwürstchen, Kaffee, Kuchen, Bier, Wasserschlauch zum Abspritzen – sogar in der Schulhalle konnten wir alle (umsonst!) pennen!!! Und das zum fairen Startgeld von 15 Euro. Respekt !!

 

Unfall: Ein junger Crash-Downhiller hatte sich wohl überschätzt und war zu schnell im Steilstück. Köpper über den Lenker (und das ca. 1 m hohe Flatterband!) und patsch, lag er da. Sah erst sehr böse aus – ist wohl aber "nur" ein gebrochener Arm.

 

Konzert: Ganz umsonst gab's in der Turnhalle des Nachts ein Konzert.
Ich kann nicht sagen, dass es schön war, aber, hm, interessant. Ja, die Mischung aus Schnarchgeräuschen, lauten Rülpsern und ebensolchen Zischgeräuschen von Gasen (mit Geruch), die sich auf natürlichem Wege ihre Route durch den menschlichen Enddarm bahnen – das ist so wie "Christoph Schlingensief meets Stockhausen". Nicht wirklich schön, aber eben interessant. Irgendwie.

 

Rolling Home: Ein DH-Senior wagte und jagte sich die Piste mit dem DH-Tretroller von HiTec, dem No Animal runter. Fetter Szenenapplaus!

 

Beton: Wieso falle ich auf einer 1,5 km langen Piste ausgerechnet auf dem härtesten Stück der Piste – der 3 m breiten Straße – auf die Fresse?

 

Schutzbleche: Beim Abstrahlen meines Bikes entdecke ich, dass im Steuerrohr schon längst eine Kralle sitzt – mit Schraube sogar...

Schlammpackung Ade!